Streit mit dem Vermieter vermeiden

Ein Streit mit dem Vermieter muss nicht unbedingt sein. Wenn sich alle an die gesetzlichen Vorgaben halten, können Auseinandersetzungen vermieden werden. Die wichtigsten Mieterrechte haben wir kurz zusammengefasst und erläutert.

Streit um Nebenkosten

Die Nebenkosten stellen oft einen Streitpunkt zwischen Vermieter und Mieter da. Es dürfen nur 17 bestimmte Nebenkosten abgerechnet werden. Darunter fallen Heizung, Wasser und Müllabfuhr… alle weiteren Positionen stehen in der Betriebskostenabrechnung. Auf keinen Fall dürfen Verwaltungs- und Instanthaltungskosten abgerechnet werden. Überprüfen Sie die Angabe der Wohnfläche in der Nebenkostenabrechnung.

Sollte Ihnen die Abrechnung nicht plausibel erscheinen, haben Sie die Möglichkeit einen schriftlichen Einspruch einzulegen. Hierbei gilt eine Frist von max. einem Jahr ab erhalt der Nebenkostenabrechnung.

Häufige Fehler bei der Heizkostenabrechnung sind:

  • Falsche Berechnung des Brennstoffverbrauchs
  • Aufteilung zwischen Verbrauchs und Flächenabhängige Kosten
  • Falsche Aufteilung von Heizung und Warmwasserverbrauch
  • Heizungsbetriebskosten (Reparatur der Heizungsanlage)

Was tun bei Eigenbedarfskündigung

Die Eigenbedarfskündigungen sind in den letzten drei Jahren im Bundesweiten Durchschnitt stark steigend. Dabei ist jede zweite Kündigung wegen Eigenbedarfs vorgeschoben. Oft möchten Vermieter die Wohnung leer bekommen und neu vermieten, dann mit einer deutlich höheren Miete.

Sind Sie von einer Kündigung wegen Eigenbedarf betroffen können Sie eigentlich nur die Formalien angreifen, aus sozialen Gründen haben Sie rechtlich kaum eine Chance. Zulässig sind auf jedenfall Kündigungen des Vermieters für sich, seine Familienangehörige, seit 2010 auch Nichten und Neffen. Auch vorübergehende Fremde, wie Au Pair oder Büroräume für Familienangehörige. Der Vermieter muss die Eigenbedarfskündigung aber auf jeden fall begründen.

Mieterhöhung was ist erlaubt?

Eine Mieterhöhung ist frühestens ein Jahr nach dem Bezug der Wohnung zulässig, dies mit einer Frist von drei Monaten. Die ersten 15 Monate haben Sie also erstmal nichts zu befürchten. Nach dieser Zeit kann die Miete zu ortsüblichen Vergleichsmieten angepasst werden, auch wenn die Wohnung erst wegen z.B. einer Modernisierung angehoben wurde.

Im Zuge der Anpassung kann der Vermieter die Miete innerhalb von drei Jahren um 20 Prozent anheben. Je nach Landesregierung kann diese Grenze auf fünf Jahre und 15 Prozent heruntergesetzt werden.

Sie als Mieter müssen der Mieterhöhung zustimmen. Tun Sie das nicht, müssen Sie die Zustimmung verweigern. Dies jedoch nur wenn die Mieterhöhung nicht rechtmäßig sein sollte.

Liegt die Miete mehr als 20 Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel, können Sie als Mieter die Zahlung bei 120 Prozent deckeln. Zusätzlich können Sie zu viel entrichtete Zahlungen der letzten drei Jahre zurückfordern.