Rechtsschutz aber richtig!

Wer schon einmal einen juristischen Streit mit dem Vermieter oder Nachbarn hatte, der war über die Hilfe eines Rechtsbeistandes dankbar. Doch Anwalts- und Prozesskosten sind kostenintensiv. In solchen Fällen steht einem eine Rechtsschutzversicherung zur Seite. Jedoch sollten Sie genau abwägen, welche Versicherung Sie wirklich brauchen.

Als Besitzer eines Kraftfahrzeuges sollten Sie sich mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung schützen. Denn passiert ein Unfall, muss die Schuldfrage oder die Höhe eines Schadenersatzes oft vor Gericht geklärt werden. Übrigens ist man mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung meist auch als Mitfahrer, als Fahrer eines fremden Autos, als Mieter eines Mietautos, als Radfahrer oder Fußgänger versichert.

Als Arbeitsnehmer gehören rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber leider oftmals zum Alltag. Bei einem Gerichts-Verhalten vor dem Arbeitsgericht muss jede Prozesspartei ihre Kosten in der ersten Instanz selbst tragen. Da hilft eine Rechtsschutzversicherung für den Berufsbereich.

Rechtsschutzversicherungen haben zusätzlich den Vorteil, dass sie wie eine Art Baukasten zusammengesetzt werden können. Der Kunden hat Einzelbereiche wie zum Beispiel Verkehr-, Miet-, Beruf-, Privat-, Familien-, und Erbrecht zur Auswahl und kann die Einzeltarife zusammenfügen wie er es benötigt. Besonders beliebt ist die Kombination aus Verkehrs-, Berufs-, und Mietrecht. Wer jedoch ein Eigenheim besitzt, kann die letzte Variante natürlich herausnehmen.

Rechtsschutzversicherungen waren in den letzten Jahren immer mehr dazu gezwungen, die Preise anzuheben, dies ist den steigenden Zahlen an Rechtsstreitigkeiten zu verdanken. Deshalb überlegen Sie sich gut, welche Tarife sie miteinander kombinieren und wählen Sie die Selbstbeteiligung, die Sie bereit sind im Schadenfall zu übernehmen. Diese beiden Faktoren lassen die Beiträge deutlich senken. Nehmen wir einmal an, Sie möchten 3 Rechtsschutz Teilbereiche abdecken und wählen zusätzlich statt 0 € Selbstbeteiligung eine Rechtsschutzversicherung mit 150 € Selbstbeteiligung, dann sparen Sie ca. 7 € (je nach Versicherungsunternehmen) im Monat. Die Ersparnis in einem Jahr beträgt mehr als 80 €. Dies empfiehlt sich aber nur dann, wenn Sie nicht jedes Jahr einen Schaden bei Ihrer Rechtsschutzversicherung geltend machen.

Seien Sie aber vorsichtig, denn bei zu leichtsinnigen oder vermehrten Schadensmeldungen! Viele Versicherungen behalten sich das Recht vor, bei mehr als 2 gemeldeten Schäden in 12 Monaten von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. Eine solche Kündigung wird es Ihnen schwer machen, zu einer anderen Versicherung zu wechseln und nicht selten werden Sie mit einer Wartezeit von bis zu 5 Jahren “bestraft”.

Kostenabsicherung bei Rechtsstreit

Eine Rechtsschutzversicherung schützt Versicherungsnehmer vor den finanziellen Folgen eines Rechtsstreites. Sie ist jedoch nur in den (jeweils) vertraglich festgeschriebenen spezifischen Rechtsgebieten gültig…

Der Rechtsschutz ist prinzipiell als Individualversicherung ausgestaltet, mittels welcher das Kostenrisiko bei rechtlichen/gerichtlichen Streitfällen abgedeckt wird. Er kann sowohl von Seiten von Privatpersonen, als gleichermaßen ebenso von Firmen oder Unternehmen abgeschlossen werden, und wird dabei auf Grundlage der „Spezialität des Versichertenrisikos“ eingerichtet.

Zum Umfang der vom Rechtsschutz Versicherer übernommenen Leistungen gehören – ohne Begrenzung der Deckung oder bis zur vertraglichen Deckungssumme – die folgenden Kostenpunkte: (1.) Gesetzliche Anwaltsgebühren für einem vom Versicherungsnehmer frei auszuwählenden Rechtsanwalt. (2.) Honorare für Sachverständige und Gelder für Zeugen. (3.) Gerichtskosten, sowie (4.) dem jeweiligen (Streit-)Gegner entstehende Kosten, soweit diese vom Versicherten beglichen werden müssen. Darüber hinaus werden ebenfalls eventuelle Kautionen – im Normalfall bis zu einer Höhe von 50 000 Euro – abgedeckt, welche den Versicherten vor dem Strafvollzug bewahren. Gerichtlich festgelegte Bußgelder/Geldstrafen werden dagegen nicht übernommen.

Zumeist werden vertraglich bestimmte „Selbstbeteiligungen“ ausgemacht, typischerweise in der Höhe von 150 bis 250 Euro pro versicherungsrelevantem Streitfall. Diesbezüglich ist anzuraten, vor Abschluss einer Rechtsschutzversicherung abzuklären, ob es nicht individuell sinnvoller sein mag, über den Weg eines (zumeist gering ausfallenden) Mehrbeitrages eine Selbstbeteiligung per se auszuschließen.

Grundlegend gilt, dass für fast die Gesamtheit der dargelegten Leistungen der jeweilige Versicherungsschutz erst nach einer Wartezeit – oftmalig drei Monate nach Beginn der Rechtsschutzversicherung – wirklich in Kraft tritt.

Was gilt als praktisch-konkreter Leistungsfall? Immanente Grundvoraussetzung hierfür ist generell das Eintreten eines vertraglich bestimmten Rechtsschutz Falles. Das bedeutet in der Praxis „den tatsächlichen oder behaupteten Verstoß gegen Rechtspflichten“, weshalb beispielshalber eine vorbeugende rechtliche Beratung durch einen Anwalt nicht im Umfang der Police enthalten ist. Des Weiteren überprüfen die Versicherungsgesellschaften vor einer Leistungserbringung, ob die Verfolgung des Rechts des Versicherungsnehmers ausreichende Erfolgsaussichten implizieren, und ob Letzterem kein schuldhaftes Handeln „angekreidet“ wird.

Spezifische Rechts- und somit Geltungsgebiete einer Rechtsschutzversicherung sind Schadensersatz-Rechtsschutz, Arbeits-Rechtsschutz, Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz, Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht (usw.).